Der See in Kürze
- Landschaft
- Freiburger und Waadtländer Mittelland am Mont Vully
- Wichtige Zuflüsse
- Broye, Chandon
- Abfluss
- Broyekanal zum Neuenburgersee; Umkehr möglich
- Regulierung
- Gemeinsam mit den Jurarandseen über Port
Der See im Raum
Der Murtensee liegt zwischen den Kantonen Freiburg und Waadt, am Fuss des Mont Vully. Anders als bei einem direkt von Hochalpen umgebenen See reicht sein Einzugsgebiet vor allem in die Hügellandschaften des Mittellands. Landwirtschaftlich genutzte Flächen und Siedlungen prägen die Zuflüsse. Diese Herkunft des Wassers ist wichtig, wenn Niederschlagsereignisse, Nährstoffeinträge oder Unterschiede zu den grossen Alpenseen eingeordnet werden.
Der Weg des Wassers
Die Broye ist der wichtigste Zufluss. Arbogne und Petite Glâne münden im Raum Salavaux in die Broye und erreichen den See somit über diesen Fluss; der Chandon ist ein weiterer Seezufluss. Bei Sugiez führt der Broyekanal zum Neuenburgersee. Für eine Wasserbilanz dürfen Nebenflüsse und die Broye unterhalb ihrer Einmündung nicht einfach addiert werden, sonst wird derselbe Wasseranteil doppelt gezählt.
Jahresgang und Steuerung
Der Murtensee reagiert nicht nur auf Regen im Broyegebiet. Über den Broyekanal ist er hydraulisch an den Neuenburgersee und damit an die gemeinsame Regulierung bei Port gekoppelt. Steigt der Nachbarsee stark, kann der Abfluss behindert oder die Fliessrichtung im Kanal umgekehrt werden. Ein längerer Pegelanstieg muss deshalb nicht bedeuten, dass es direkt am Murtensee besonders viel geregnet hat.
Messwerte richtig lesen
Beim Stationsvergleich sind Lage und Fliessrichtung entscheidend: Die Broye oberhalb des Sees beschreibt einen Zufluss, der Broyekanal bei Sugiez die Verbindung zum Nachbarsee. Ein kleiner Abfluss bei gleichzeitig steigendem Pegel kann mit Rückstau zusammenhängen. Aussagekräftig sind die zeitgleichen Verläufe beider Seen und der Zuflüsse. Die in Metern über Meer angegebene Seehöhe ist dabei weder Wassertiefe noch ein Abstand zur örtlichen Uferkante.
Temperatur und Tiefe
Die Sommerwärme an der Oberfläche ist nur ein Teil des ökologischen Bildes. Bei stabiler Schichtung wird das Tiefenwasser schlechter mit Sauerstoff versorgt; zugleich verbraucht der Abbau abgestorbener Algen Sauerstoff. Der Kanton Freiburg erklärte 2020 deshalb die weitere Verringerung der Phosphoreinträge zum Handlungsbedarf. Das ist eine längerfristige Gewässerbeurteilung, keine aktuelle Badefreigabe oder Badeverbotsmeldung. Dafür sind die heutigen örtlichen Hinweise massgeblich.
Geprüfte Fachquellen
Die Quellen belegen die hydrologische Einordnung. Aktuelle Messwerte und ihr Zeitstempel stehen auf der Live-Seite.

