Seepegel
Seelexikon

Seelexikon · Gewässerporträt

Sempachersee

Ein Luzerner See mit langsamem Wasseraustausch und gezieltem Hochwasserrückhalt für die Sure: Zwei unterschiedliche Zeitmassstäbe prägen seine Geschichte.

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Der See in Kürze

Landschaft
Luzerner Mittelland
Wichtige Zuflüsse
Bäche des lokalen Einzugsgebiets
Abfluss
Sure (Suhre)
Regulierung
Wehr am Seeausfluss
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Der See im Raum

Der Sempachersee liegt im Luzerner Mittelland und wird aus einem vergleichsweise kleinen Einzugsgebiet gespeist. Grosse alpine Zuflüsse fehlen hier. Für seine Entwicklung sind deshalb die Vorgänge in der näheren Umgebung wichtig: Niederschlag, die Wasserführung der Bäche und die Nutzung der umliegenden Flächen. Rund drei Viertel des Einzugsgebiets werden intensiv landwirtschaftlich genutzt. So verbindet der See zwei Perspektiven: Der Pegel zeigt die aktuelle Wasserbilanz, während sich Einträge aus der Landschaft langfristig auf die Wasserqualität auswirken können.

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Der Weg des Wassers

Das Wasser verlässt den See über die Sure, die beim BAFU unter dem Namen Suhre geführt wird. Eine Wehranlage ermöglicht es, bei Hochwasser einen Teil des zufliessenden Wassers vorübergehend im See zurückzuhalten. Nach Abklingen der Spitze wird es gleichmässiger an den Fluss abgegeben. Der Zweck ist der Hochwasserschutz entlang der Sure unterhalb des Sees. Ein steigender Seestand und ein zunächst begrenzter Ausfluss können deshalb zusammenpassen: Der See übernimmt dann eine Speicherfunktion, statt jede Zuflussspitze unmittelbar an die Unterlieger weiterzugeben.

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Jahresgang und Steuerung

Regenphasen und trockene Wochen verändern das Verhältnis von Zufluss, Verdunstung und Ausfluss. Die zurückgehaltene Wassermenge kommt als weiterer Einfluss hinzu. Wer eine Pegelkurve einordnet, sollte deshalb nicht nur einen sonnigen Tag oder den letzten Schauer betrachten, sondern auch den Verlauf davor und die Abgabe über die Sure. Eine Hochwasserspitze im Zufluss und die spätere Wasserabgabe müssen zeitlich nicht zusammenfallen. Der saisonale Vergleich beschreibt dabei, wie sich der See in der Messreihe verhalten hat; er ist keine feste Betriebsvorgabe für das Wehr.

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Messwerte richtig lesen

Die vom Kanton angegebene Wasseraufenthaltszeit beträgt ungefähr 15 Jahre. Sie beschreibt den langsamen Austausch des Seewassers und erklärt, weshalb eingetragene Stoffe nur begrenzt verdünnt werden. Sie ist aber keine Wartezeit für eine Pegeländerung: Die Wasseroberfläche kann auf eine veränderte Bilanz reagieren, lange bevor der Seeinhalt ausgetauscht ist. Lies für die aktuelle Situation den Pegelverlauf und die Messzeit; für die abgeführte Wassermenge den Abfluss der Sure. Eine Seehöhe in Metern über Meer und ein Flussabfluss in Kubikmetern pro Sekunde beantworten unterschiedliche Fragen.

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Temperatur und Tiefe

Am Sempachersee erzählt die Temperatur nur einen Teil der Geschichte. Wegen Sauerstoffmangels im Tiefenwasser wird die winterliche Zirkulation seit Mitte der 1980er-Jahre mit Druckluft unterstützt; auch im Sommer wird Luft ins Tiefenwasser eingebracht. Nach Angaben des Kantons sind die natürlichen Sauerstoffverhältnisse noch nicht wiederhergestellt. Eine warme Messung an der Oberfläche belegt deshalb weder einen gesunden Tiefenbereich noch hygienisch einwandfreies Badewasser. Für die Temperatur zählen Messort und Messtiefe, für den ökologischen Zustand zusätzliche Untersuchungen und für das Baden die dafür erhobenen Wasserproben.

Geprüfte Fachquellen

Die Quellen belegen die hydrologische Einordnung. Aktuelle Messwerte und ihr Zeitstempel stehen auf der Live-Seite.

Weiter im SeelexikonWalenseeEin tiefer Voralpensee, der die Kraft der Linth aufnimmt und gedämpft an den Zürichsee weitergibt.