Seepegel
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Flusslexikon

Wasserwege, Regulierung und Messorte: Verstehe, warum derselbe Fluss je nach Abschnitt unterschiedliche Werte zeigt.

  1. Aare

    Die Aare wird durch Seen und ihre Regulierung geprägt. Zwischen Thun und Bern kommen unter anderem Zulg und Gürbe hinzu. Ein Wert direkt am Thunerseeausfluss bildet deshalb nicht den gesamten Abfluss in Bern ab. Prüfe beim Stationsvergleich die Lage der Zuflüsse und die Messzeiten.

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  2. Arve

    Die Arve bringt Schnee- und Gletscherschmelzwasser nach Genf und mündet dort in die Rhône. Sie durchfliesst den Genfersee nicht. Für einen Vergleich in Genf ist deshalb entscheidend, ob eine Rhône-Station oberhalb oder unterhalb der Jonction liegt; erst unterhalb ist die Arve enthalten.

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  3. Broye

    Die Broye erreicht den Murtensee bei Salavaux; ihr Mündungsgebiet wurde als Delta revitalisiert. Eine Messung oberhalb des Sees beschreibt den Flusszufluss, nicht den Seepegel. Verwechsle sie nicht mit dem Broye-Kanal: Dieser verbindet den Murtensee mit dem Neuenburgersee.

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  4. Broye-Kanal

    Der Broye-Kanal verbindet Murten- und Neuenburgersee. Bei Hochwasser kann Wasser aus dem Neuenburgersee in den Murtensee zurückfliessen. Für die Einordnung zählt daher neben der Menge auch die Fliessrichtung. Ein Vorzeichen lässt sich nur mit der Definition der jeweiligen Datenquelle richtig lesen.

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  5. Glatt

    Der Name Glatt ist nicht eindeutig: Die Zürcher Glatt fliesst aus dem Greifensee, während es auch bei Herisau eine Glatt-Messstelle gibt. Am Greifensee beeinflusst das Auslaufwehr die Wasserabgabe. Prüfe deshalb zuerst Gemeinde und Kartenposition, bevor du eine Glatt-Kurve einem bestimmten Flussabschnitt zuordnest.

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  6. Kander

    Die Kander mündet seit ihrer Umleitung 1714 in den Thunersee. Unterhalb der Simmemündung enthält ihr Abfluss bereits das Wasser der Simme. Für die Wasserbilanz solltest du deshalb nicht beide Messwerte ungeprüft addieren: Sonst wird derselbe Zufluss doppelt gezählt.

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  7. Limmat

    Der Zürichsee wird am Platzspitzwehr reguliert; die Sihl mündet beim Platzspitz in die Limmat. Eine Messung vor der Sihlmündung und eine danach erfassen daher nicht dieselbe Wassermenge. Für den Abfluss unterhalb der Stadt ist neben dem Seeausfluss auch die Sihl relevant.

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  8. Rheintaler Binnenkanal

    Der Rheintaler Binnenkanal sammelt Seitenbäche und Drainagewasser der Rheinebene und führt über den Alten Rhein zum Bodensee. Er ist nicht der benachbarte Alpenrhein. Vergleiche seinen Abfluss mit seiner eigenen Messreihe; eine im Rheinvergleich kleine Menge ist keine Aussage über die örtliche Hochwassergefahr.

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  9. Rhône

    Die Rhône wird in Genf durch den Genfersee und dessen Regulierung geprägt. Unterhalb der Jonction kommt die Arve hinzu. Eine Kurve am Seeausfluss und eine bei Chancy zeigen deshalb unterschiedliche Abschnitte. Wiederkehrende Tagesschwankungen sind zudem nicht automatisch ein Beleg für täglichen Regen.

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  10. Saane

    Saane und Sarine sind Namen desselben Flusses. Der Kanton Freiburg dokumentiert auch gezielte Wasserabgaben am Rossens-Staudamm. Eine Abflussspitze muss deshalb nicht allein durch Regen entstehen. Für ihren konkreten Anlass braucht es zusätzlich zur Kurve eine Betriebs- oder Ereignismeldung; die Messung selbst nennt keine Ursache.

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  11. Sense

    Im Unterlauf nimmt die Sense das Schwarzwasser auf und erreicht bei Laupen die Saane. Eine Station unterhalb dieses Zusammenflusses erfasst ein anderes Einzugsgebiet als eine oberhalb. Für einen Ausflug an die Sense ist deshalb der passende Flussabschnitt wichtiger als irgendein Messwert mit demselben Gewässernamen.

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  12. Simme

    Die Simme erreicht den Thunersee nicht direkt, sondern über die Kander. Ein Simme-Wert beschreibt daher einen Teil des späteren Seezuflusses. Vergleiche erst die Stationen vor und nach dem Zusammenfluss; die Wassermengen passieren diese Stellen zeitversetzt und sind keine voneinander unabhängigen Zuflüsse.

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  13. Töss

    Zwischen Fischenthal und Turbenthal kann Tösswasser im durchlässigen Flussbett versickern und unterirdisch weiterfliessen. Ein trockener Abschnitt bedeutet deshalb nicht, dass die gesamte Töss trockenliegt. Prüfe den Standort und die Quellenhinweise, bevor du einen sehr kleinen Messwert als Ausfall oder als Aussage über den ganzen Fluss deutest.

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Weitere Gewässer und ihre Messorte