Seepegel
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Glossar zu Pegel, Abfluss und Gewässerdaten

Hydrologische Daten verwenden viele ähnlich klingende Begriffe. Dieses Glossar trennt Messung, Berechnung, Vergleich und Warnung voneinander.

Pegel / Wasserstand

Höhe der Wasseroberfläche an einer bestimmten Messstelle. Sie wird je nach Messnetz als lokale Zentimeterangabe oder als absolute Höhe in Metern über Meer veröffentlicht. Pegel ist nicht dasselbe wie Wassertiefe.

Abfluss (m³/s)

Wassermenge, die pro Sekunde einen Messquerschnitt passiert. 1 m³/s entspricht 1'000 Litern pro Sekunde. Der Abfluss wird meist über eine durch separate Abflussmessungen bestimmte Wasserstand-Abfluss-Beziehung aus dem Pegel abgeleitet.

Messstation

Fester Standort, an dem ein Betreiber Wasserstand, Abfluss, Temperatur oder weitere Grössen erfasst. Werte gelten für diesen Ort und Zeitpunkt; sie lassen sich nicht ohne Weiteres auf das ganze Gewässer übertragen.

Messwert, modellierter Wert und Prognose

Ein Messwert stammt von einem Sensor oder einer daraus abgeleiteten Stationsberechnung. Ein modellierter Wert wird mit einem wissenschaftlichen Modell erzeugt. Eine Prognose beschreibt eine mögliche künftige Entwicklung. Seepegel kennzeichnet die jeweilige Datenart und Quelle.

Median

Der mittlere Wert einer sortierten Reihe; bei einer geraden Anzahl wird hier das Mittel der beiden mittleren Werte verwendet. Mindestens die Hälfte der Werte ist kleiner oder gleich, mindestens die Hälfte grösser oder gleich dem Median. Gleichstände sind also möglich. Der Median reagiert weniger empfindlich auf einzelne Extremwerte als der arithmetische Mittelwert.

Saisonale Referenz

Vergleich des heutigen Werts mit Werten desselben Kalendertags oder Zeitfensters aus mehreren Jahren. BAFU-Pegelvergleiche nutzen häufig 1991–2020; die angegebene Referenzperiode ist entscheidend. Ein Vergleich mit den letzten 30 Tagen ist dagegen keine saisonale Langzeitreferenz.

Perzentil und Perzentilrang

Ein Perzentil ist ein Schwellenwert innerhalb einer sortierten Verteilung, beispielsweise deren obere 95-Prozent-Grenze. Der Perzentilrang ordnet dagegen einen konkreten Wert innerhalb der Vergleichsreihe ein. Im 30-Tage-Stationsvergleich zählen kleinere Tagesmittel vollständig und gleich hohe zur Hälfte zum Rang. Eine konstante Reihe liegt dadurch bei 50 Prozent, nicht ganz oben. Weder Perzentil noch Rang ist eine amtliche Gefahrenstufe.

Tagesmittel und Tagesspitze

Ein Tagesmittel fasst Werte eines Tages zu einem Durchschnitt zusammen. Eine kurze Spitze kann deutlich darüber liegen. Seepegels 30-Tage-Stationsvergleich mittelt die vorhandenen Werte je UTC-Tag; fehlende Messungen werden nicht ergänzt. Ein vorhandenes Tagesmittel ist daher kein Nachweis, dass der ganze Tag lückenlos gemessen wurde.

Zeitstempel und Aktualität

Bei einer Messung bezeichnet der Zeitstempel die Messzeit; bei Modell- und Prognosedaten ist insbesondere der Zeitpunkt wichtig, für den die Aussage gilt. Dieser ist nicht dasselbe wie der Zeitpunkt des Modelllaufs oder des Seitenaufrufs. Bei Übertragungsstörungen kann ein älterer Wert sichtbar bleiben; deshalb gehört der Zeitbezug zu jeder Interpretation.

Zu- und Abfluss / Wasserbilanz

Zuflüsse bringen Wasser in einen See, der Abfluss führt es hinaus. Hinzu kommen Niederschlag, Verdunstung, Grundwasser und gegebenenfalls Regulierung. Die Differenz der sichtbaren Flussstationen ist daher nur eine Teilbilanz, keine vollständige Volumenrechnung.

Warnstufe

Amtliche Bewertung einer möglichen Gefahr. Sie beruht auf gewässerspezifischen Schwellen und weiteren Lageinformationen. Farben oder statistische Abweichungen auf einer Datenplattform ersetzen diese Warnstufe nicht.

Rechenbeispiel · keine aktuellen Messwerte

Median und Mittelwert an fünf Zahlen unterscheiden

  1. Fünf bereits sortierte Beispielwerte lauten 10, 11, 12, 13 und 54. Der Median ist der mittlere Wert: 12.
  2. Für den arithmetischen Mittelwert addierst du alle Werte und teilst durch fünf: 100 ÷ 5 = 20. Der einzelne hohe Wert beeinflusst den Mittelwert deutlich stärker.
  3. Eine tatsächliche saisonale Referenz benötigt eine passende Zeitreihe. Diese fünf Zahlen erklären nur den Unterschied der Rechenarten; sie sind keine Referenzdaten eines Sees.

«Normalstand» ist ohne Definition ungenau. Achte darauf, welche Statistik und welcher Zeitraum gemeint sind.