Der See in Kürze
- Landschaft
- Berner Oberland, rund 564 m ü. M.
- Wichtige Zuflüsse
- Aare und Lütschine
- Abfluss
- Aare Richtung Thunersee
- Regulierung
- Schleusen und Kleinwasserkraftwerke unterhalb des Sees
Der See im Raum
Der Brienzersee liegt im Berner Oberland auf rund 564 Metern über Meer. Er ist ein natürliches Seebecken, kein künstlich angelegter Stausee. Sein Einzugsgebiet reicht weit in die Hochalpen; die BAFU-Messstelle Ringgenberg weist dafür 1’137 Quadratkilometer aus. Wer seinen Wasserstand einordnet, betrachtet deshalb nicht nur das Wetter am Ufer, sondern ein ausgedehntes Gebirgsgebiet oberhalb des Sees.
Der Weg des Wassers
Aare und Lütschine sind die wichtigsten Zuflüsse; die Aare verlässt den See wieder Richtung Thunersee. Ihre Vorgeschichte unterscheidet sich: Die obere Aare ist durch die Kraftwerke Oberhasli und die Speicher im Grimselgebiet stark geprägt, während die Lütschine weitgehend unbeeinflusst zufliesst. Rund 2,6 Kilometer unterhalb des Seeendes beeinflussen zwei kantonale Schleusen und zwei Kleinwasserkraftwerke den Abfluss.
Jahresgang und Steuerung
Die Monatsmittel von 1991 bis 2025 zeigen einen ausgeprägten Jahresgang: Im Februar lag der Pegel im Mittel bei 563,30, im Juli bei 564,29 Metern über Meer. Im wasserarmen Winter verhindert die Regulierung ein zu starkes Absinken des Sees. Bei Hochwasser ist ihr Einfluss dagegen begrenzt, weil der natürliche Seeausfluss nur eine bestimmte Wassermenge abführen kann. Auch geöffnete Schleusen machen den See deshalb nicht beliebig steuerbar.
Messwerte richtig lesen
Die Station Brienzersee–Ringgenberg 2023 misst die Höhe der Wasseroberfläche in Metern über Meer, nicht die Wassertiefe. Abflusskurven der Aare und Lütschine ergänzen dieses Bild, messen aber eine andere Grösse: Wasservolumen pro Sekunde. Für einen sinnvollen Vergleich gehören Messzeit und Einheit dazu. Die Differenz zwischen zwei Pegelwerten zeigt eine Höhenänderung, nicht direkt die zusätzlich gespeicherte Wassermenge.
Temperatur und Tiefe
Der kantonale Gewässerbericht beschreibt einen kühlen, nährstoffarmen See mit geringer Planktonproduktion. Tiefenprofile zeigen mehr als ein einzelner Oberflächenwert: In warmen Wintern kann die Durchmischung schwächer ausfallen, während die sommerliche Schichtung länger anhält. Vollständige Durchmischung fand auch früher nicht jedes Jahr statt. Eine angenehme Temperatur am Ufer sagt deshalb wenig über die Temperatur und Sauerstoffversorgung des tiefen Wassers aus.
Geprüfte Fachquellen
Die Quellen belegen die hydrologische Einordnung. Aktuelle Messwerte und ihr Zeitstempel stehen auf der Live-Seite.

