Der See in Kürze
- Landschaft
- Waadtländer Jura, rund 1’004 m ü. M.
- Wichtige Zuflüsse
- Orbe als Hauptzufluss
- Abfluss
- Über den Lac Brenet und die Anlagen von La Dernier
- Regulierung
- Natürlicher See mit Wasserkraftnutzung
Der See im Raum
Der Lac de Joux liegt auf rund 1’004 Metern über Meer zwischen Mont Risoux und Mont Tendre. Während der letzten Eiszeit dichteten lehmige Ablagerungen den Talboden über dem durchlässigen Jurakalk ab und ermöglichten die Entstehung des Sees. Sein 209 Quadratkilometer grosses Einzugsgebiet reicht nach Frankreich. Der benachbarte Lac Brenet gehört zu diesem Seensystem; der ähnlich benannte Lac des Brenets am Doubs ist ein anderes Gewässer.
Der Weg des Wassers
Die Orbe kommt aus Richtung Lac des Rousses und mündet nahe Le Sentier in den See. Ursprünglich verliess das Wasser das Seensystem durch Versickerungen und trat bei der Orbequelle rund 200 Meter tiefer wieder aus. Seit 1903 dienen Lac de Joux und Lac Brenet dem Kraftwerk La Dernier bei Vallorbe als Speicher. Dazu wurden Versickerungsstellen teilweise abgedichtet und künstliche Wasserwege angelegt: Ein natürlich entstandener See wird hier technisch bewirtschaftet.
Jahresgang und Steuerung
Die Wasserstandsmittel von 1991 bis 2025 zeigen tiefere Werte im späten Winter und höhere im späten Frühling: Im Februar waren es 1’003,51, im Juni 1’004,37 Meter über Meer. Diese Kurve beschreibt ein reguliertes Gewässer und lässt sich nicht allein als Niederschlagskalender lesen. Für die Einordnung einer tiefen oder hohen Phase sind deshalb die Jahreszeit und der Verlauf über mehrere Tage hilfreicher als der Vergleich mit einer einzigen vermeintlichen Normalhöhe.
Messwerte richtig lesen
Die BAFU-Station Lac de Joux–Le Pont 2007 erfasst den Wasserstand in Metern über Meer. Der Wert gibt die Höhe der Oberfläche an, nicht die verbleibende Tiefe oder den nutzbaren Energievorrat. Auch die räumliche Zuordnung zählt: Eine Messung am benachbarten Lac Brenet gehört nicht automatisch zum Lac de Joux. Vor einem Vergleich sollte deshalb neben Datum und Einheit immer der vollständige Stationsname stehen.
Temperatur und Tiefe
Der Waadtländer Zustandsbericht 2025 beschreibt den See nach früherer Überdüngung als mässig nährstoffreich. Eine wichtige Schwachstelle bleibt das Tiefenwasser, in dem gegen Ende der sommerlichen Schichtung fast kein Sauerstoff mehr vorhanden sein kann. Die ausgewiesene mittlere sommerliche Oberflächentemperatur beträgt für 1984–2025 18,2 °C. Sie ist ein historischer Vergleichswert, keine aktuelle Badetemperatur und keine Aussage über die gesamte Wassersäule.
Geprüfte Fachquellen
Die Quellen belegen die hydrologische Einordnung. Aktuelle Messwerte und ihr Zeitstempel stehen auf der Live-Seite.

