Der See in Kürze
- Landschaft
- Jurasüdfuss und Grande Cariçaie
- Wichtige Zuflüsse
- Areuse, Thielle bei Yverdon, Broyekanal
- Abfluss
- Zihlkanal zum Bielersee; Umkehr möglich
- Regulierung
- Über die Kanalverbindungen und das Wehr Port
Der See im Raum
Der grösste vollständig in der Schweiz liegende See erstreckt sich längs des Juras. Seine tiefe Seemitte und die flachen südöstlichen Ufer bieten sehr unterschiedliche Lebensräume. Dort liegt die Grande Cariçaie, deren Feuchtgebiete durch die Absenkung während der Juragewässerkorrektion geprägt wurden. Schilfbestände sind nicht nur Lebensraum: Sie dämpfen Wellen und helfen, die erosionsgefährdeten Ufer zu schützen.
Der Weg des Wassers
Wichtige Zuflüsse sind die Areuse, die Thielle bei Yverdon und der Broyekanal vom Murtensee. Der Zihlkanal führt normalerweise weiter zum Bielersee. Achtung bei den Namen: Die Thielle im Raum Yverdon ist nicht derselbe Abschnitt wie der ebenfalls Thielle genannte Ausflusskanal im Nordosten. Bei entsprechenden Wasserstandsunterschieden können die Verbindungen zwischen den Jurarandseen rückwärts durchströmt werden; sie sind keine Einbahnstrassen.
Jahresgang und Steuerung
Der Neuenburgersee wird nicht unabhängig von seinen Nachbarn auf einen festen Pegel gehalten. Das Wehr Port am Bielersee beeinflusst über die Kanalverbindungen auch seinen Wasserstand. Die drei Seen stellen gemeinsam Rückhalteraum bereit, etwa wenn die Aare viel Wasser bringt. Jahreszeitliche Reguliervorgaben und die begrenzte Leistungsfähigkeit der Kanäle erklären, warum ein Pegelanstieg länger dauern und anders verlaufen kann als der Ausschlag eines örtlichen Zuflusses.
Messwerte richtig lesen
Für den überregionalen Überblick sind Pegelkurven des Neuenburger-, Bieler- und Murtensees zusammen interessant. Für einen konkreten Uferort braucht es zusätzlich die örtlichen Bedingungen. Bise, Westwind und der vom Jura herabfallende Joran können die Wasseroberfläche stark bewegen. Eine langsame Pegeländerung ist deshalb keine Aussage über Wellen oder sichere Bedingungen auf dem See; ein Pegeldiagramm ersetzt keine Wind- und Unwetterwarnung.
Temperatur und Tiefe
An den flachen Ufern erwärmt sich Wasser anders als über dem tiefen Becken. Im Sommer trennt die Schichtung wärmeres Oberflächenwasser vom kälteren Tiefenwasser; Wind und winterliche Abkühlung beeinflussen den Austausch. Die kantonale Gewässerüberwachung betrachtet deshalb auch Messungen in verschiedenen Tiefen. Für die Ökologie zählen neben der Temperatur insbesondere Sauerstoff und Nährstoffe. Ein warmer Uferwert beschreibt weder die Tiefe noch den Zustand der Schilf- und Flachwasserlebensräume vollständig.
Geprüfte Fachquellen
Die Quellen belegen die hydrologische Einordnung. Aktuelle Messwerte und ihr Zeitstempel stehen auf der Live-Seite.

