Der See in Kürze
- Landschaft
- Oberengadin, rund 1’768 m ü. M.
- Wichtige Zuflüsse
- Inn aus der Oberengadiner Seenkette
- Abfluss
- Inn; Wasserfassung für das Kraftwerk Islas
- Regulierung
- Wehranlage und Wasserfassung; natürliche Seeentstehung
Der See im Raum
Auf rund 1’768 Metern über Meer bildet der St. Moritzersee das untere Ende der vier Oberengadiner Seen. Silser-, Silvaplaner- und Champfèrersee liegen höher; der St. Moritzersee ist innerhalb dieser Kette also der tiefstgelegene, kein Höhenrekordhalter. Das natürliche Becken ist laut kantonalem Seenbericht bis zu 43 Meter tief. Die BAFU-Station weist ein Einzugsgebiet von 171 Quadratkilometern aus, das weit über das unmittelbare Ortsgebiet hinausreicht.
Der Weg des Wassers
Der Inn verbindet den St. Moritzersee mit den oberhalb gelegenen Seen und führt das Wasser anschliessend talabwärts weiter. Ein Teil dieses Gefälles wird zur Stromproduktion genutzt: Das Kraftwerk Islas erschliesst die rund 51 Meter Höhenunterschied zwischen dem See und der Ebene von Celerina. Wehr und Wasserfassung gehören damit zum heutigen Gewässersystem. Die Energienutzung macht aus dem natürlich entstandenen See aber kein künstlich angelegtes Hochgebirgsspeicherbecken.
Jahresgang und Steuerung
Der veröffentlichte Seeschutzvertrag sieht eine Regulierung mit möglichst kleinen Schwankungen während der Sommermonate vor. Dennoch bleibt ein Jahresgang erkennbar: Die Monatsmittel von 1991 bis 2025 liegen im Februar bis April bei 1’767,84 und im Juni bei 1’768,01 Metern über Meer. Diese rund 17 Zentimeter sind ein Unterschied zwischen historischen Monatsmitteln, kein zulässiges Schwankungsband und keine Vorhersage für ein bestimmtes Jahr.
Messwerte richtig lesen
Für den Seepegel ist die Station St. Moritzersee–St. Moritz 2066 massgebend: Sie misst die Höhe der Wasseroberfläche in Metern über Meer. Eine Inn-Station beschreibt dagegen einen Flussabschnitt, auch wenn sie denselben Ortsnamen trägt. Pegelwerte lassen sich nur mit passender Station und Einheit sinnvoll vergleichen. Weder eine Höhe nahe 1’768 Metern noch ein kleiner Tagesanstieg verrät unmittelbar die Wassertiefe an einer Uferstelle oder die aktuelle Leistung des Kraftwerks.
Temperatur und Tiefe
Die kantonalen Untersuchungen 2014–2021 ordneten den St. Moritzersee wieder als nährstoffarm ein; im Tiefenwasser traten am Ende der sommerlichen Schichtung dennoch Sauerstoffdefizite auf. Der Bericht dokumentiert auch Wintermessungen unter Eis. Das zeigt, weshalb eine Temperaturangabe an der Oberfläche allein den Zustand des Sees nicht beschreibt. Historische Eisbeobachtungen sind zudem keine Aussage zur heutigen Tragfähigkeit: Dafür sind die aktuellen örtlichen Freigaben entscheidend.
Geprüfte Fachquellen
Die Quellen belegen die hydrologische Einordnung. Aktuelle Messwerte und ihr Zeitstempel stehen auf der Live-Seite.

